Die Integrative Entscheidungsfindung von Holacracy
05 Jun 2015

Die Integrative Entscheidungsfindung von Holacracy

Die Integrative Entscheidungsfindung ist Teil des Lenkungsprozesses, mit der Rollen,

05 Jun 2015

Die Integrative Entscheidungsfindung ist Teil des Lenkungsprozesses, mit der Rollen, Verantwortlichkeiten und Projekte in einer Kreissitzung definiert werden. Die Integrative Entscheidungsfindung selbst ist ein strukturierter und moderierter Entscheidungsprozess zur Integration aller hilfreichen Perspektiven. Erst wenn alle Kreismitglieder keine Sach- oder Zieleinwände mehr haben, kann mit dem vorgeschlagenen Entscheid weitergearbeitet werden. Im Vordergrund steht das Fällen eines zum Weiterarbeiten genügenden Entscheids, ohne den organisationalen Kriterien der Kontrolle und der Konstitution zu widersprechen. Der Moderator unterbindet jegliche Diskussion zwischen den Teilnehmenden während Schritt 1 bis 4.

  1. Schritt: Vorstellung des Vorschlags; Der Falleinbringer bringt seinen Vorschlag (Spannung, Konflikt, Problem, Zielkonflikt, Vorschlag, etc.) in die Runde ein und der Moderator notiert die wichtigsten Kriterien.
  2. Schritt: Klärende Fragen stellen; Die Teilnehmenden stellen dem Falleinbringer klärende Verständnisfragen worauf dieser eingehen kann oder nicht. Es findet keine Diskussion statt.
  3. Schritt: Reaktions-Runde; Jeder Kreisteilnehmende äußert zum Vorschlag sein spontanes Bauchgefühl, ohne den Vorschlagenden direkt zu involvieren. Der Vorschlagende hört zu.
  4. Schritt: Verbessern oder Klären; Nun erhällt der Falleinringer die Gelegenheit, seinen Vorschlag anhand des Gehörten zu verbessern und jene Aspekte von denen er glaubt, dass sie der Klärung benötigen, kurz zu erläutern. Es findet keine Diskussion statt.
  5. Schritt: Einwandrunde; Der Moderator lädt jeden Kreisteilnehmenden ein, seine Einwände kurz und ohne Diskussion oder Nachfragen zu präsentieren. Der Moderator listet alle Einwände auf einem Flipchart auf. Treten keine Einwände auf, ist der Vorschlag angenommen, ansonsten beginnt der Moderator die Einwände einzeln zu testen.
  6. Schritt: Dialog Integration; Valide Einwände werden in einem offenen Dialog auf deren Gründe hin analysiert und es wird versucht, diese in einen bessern Vorschlag zu integrieren. Sobald ein verbesserter Vorschlag gefunden wurde, startet der Moderator mit einer neuen Einwandrunde.

Innerhalb der integrativen Entscheidungsfindung wird dem Schritt „Einwandrunde“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Hier klärt der Moderator mit dem Einwandeinbringer ab, ob der Einwand gerechtfertigt ist. Ein Einwand zu einem Vorschlag ist dann gerechtfertigt, wenn der Vorschlag die existierende Fähigkeit / Kapazität des Kreises oder der Rolle reduziert respektive Schaden anrichtet, oder    es anhand bekannter Fakten oder expliziten Wissens voraussehbar ist, dass bei Realisierung des Vorschlages nicht mehr eingegriffen werden kann und dadurch das Unternehmen oder der Kreis geschädigt oder in seinem Bestreben zurückgeworfen wird, oder eine neue Spannung generiert wird, die eine andere Rolle limitiert und die vor dem Vorschlag nicht existierte, oder der Vorschlag gegen die Konstitution verstößt.

Der Realisierung des Vorschlags steht dann nichts im Wege, wenn der Einwand eine Vermutung darstellt und es keine stichhaltigen Gründe dagegen gibt, den Vorschlag auszutesten.

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